"Bennett"

Bennett oben auf dem Bild als erwachsener Rüde, unten als Baby beim Einzug.

Das ist Mr. Bennetton, wie wir ihn gerne nennen. Nicht gesucht, nicht geplant und doch gilt mal wieder der Spruch: "Wo die Liebe hinfällt"!
Sie ist nicht nur gefallen, sie ist regelrecht eingeschlagen wie der Blitz. Wir sind ganz verliebt in diesen zauberhaften, gemütlichen, coolen und unerschrockenen Bär.


Anke hat endlich ihren zweiten Aussie und ich, obwohl ich das niemals geglaubt hätte, einen „halben Hund“ in Co-Ownerschaft.

Aussie will er jedoch erst noch werden. Und er gibt sich alle Mühe, wächst und gedeiht prächtig! Die Ohren machen gerade, was sie wollen und die einzelnen Körperteile passen selten zueinander ;-) Schlacksig ist er, aber durchaus geschickt. Er ist ein ausgesprochen unkomplizierter Hund mit einer sehr fixen Auffassungsgabe. Er arbeitet so konzentriert in den Kursen mit, dass er gerne mal  "Streber" genannt wird. Wenn ich Anke mit ihm arbeiten sehe, gehts mir runter wie Öl. Dann muss ich mir selbst oft sagen, wie blutjung der schöne Knabe doch erst ist. Beide harmonieren unglaublich und Anke kitzelt Leistungen aus dem kleinen Knopf heraus, ohne ihn jedoch zu überfordern!
Menschen findet Bennett toll, Kinder noch viel toller. Er übertreibt nicht, ist nie garstig oder wild, sondern sehr sanft und liebevoll. Er hat das "Krankenschwestersyndrom" genauso wie Sky und ein extrem gutes Feeling für Stimmungen. Ich kenne keinen anderen  Hund, der in diesem Alter bereits ein so feines Gespür für die Gefühlswelt von anderen Menschen und Hunden hat.

Mit acht Monaten...

Er muss jedoch noch lernen, es gut sein zu lassen, wenn er ein Verhalten zeigt, das wir nicht wollen. Wenn er sich einfach mal trollen, also "vom Acker machen" soll, macht er daraus ein zuckersüßes "Ich bin das Baby, musst mich liebhaben!": Er klappt die Ohren ran, bohrt sich in uns rein und erschlägt uns mit Liebe.
Alles, was er beispielsweise nicht ins Maul nehmen soll, wird auf Ansage nicht einfach ausgespuckt, sondern umgehend angeschleppt. Er gibt das sofort an uns ab mit einem Blick zum Herzerweichen.

"Einfach mal aufhören und etwas lassen" fällt ihm schwer. Er muss sich ständig rückversichern und bei uns Schönwetter machen.
Dieses aktiv-demütige Verhalten hört sich auf den ersten Blick lustig an, kann aber auch dann und wann etwas nervig sein ;-) Barsch oder etwas lauter darf man bei ihm nie sein. (Man muss es jedoch auch nicht!)
Das wäre aber auch schon die einzige kleine Macke (Masche?), die uns einfällt. Und da er noch so jung ist und sich dieses Verhalten oft verwächst, haben wir noch Hoffnung mit unserer kleinen "Pissnelke" ;-)


Bennett ist ein eher "feiner" Hund, der auf die leiseste Ansprache sofort reagiert. Ein Blick, der einen Bruchteil einer Sekunde länger dauert, reicht oft schon, ihm mitzuteilen, dass etwas nicht okay ist. So wenig er ein Hund der lauten Töne ist, so wenig verträgt er sie auch.
Obwohl... er hat den Beinahmen "Seekuh". Er macht nämlich die komischsten Quietschetöne, wenn er mal wieder feststellt, dass die Großen (mal noch!) schneller rennen können als er. Er hört sich an, als wenn er mal geöhlt werden müsste, wenn er bei den Rennspielen der Großen abgehängt wird. Zum Glück werden seine Beine länger und länger, doch das Tempo der anderen hat er noch nicht. Darüber grämt sich der Knabe sehr ;-)
Nachdem schon in den ersten Tagen geklärt war, wer hier das Sagen hat (die anderen haben ihn einfach "ausgesessen"), spielt er sich nun mit ihnen um Kopf und Kragen. Er darf Sky die Backe langziehen und sich bei Rennspielen in Baxter Kragen hängen. Besonders Kate, die von allen anderen Hunden am längsten unnahbar für ihn war, ist nun seine große Liebe. Die beiden können stundenlang spielen und suchen oft die Nähe des anderen.

Besonders fällt mir auf, dass er die Gabe hat, andere Hunde sehr genau einschätzen zu können. Sein außergwöhnliches "Feeling" hat er also nicht nur bei uns Zweibeinern. So kann man ihn auch mit Hunden zusammenlassen, die mit einem Jungspund wie ihm nicht viel anfangen können oder sonst sogar eher aggressiv auf Welpen oder junge Hunde reagieren. Er schnallt augenblicklich, mit wem gut Kirschen essen ist und wen man besser in Ruhe lassen sollte. Interessanterweise buhlt er dann auch nicht um die Gunst eines anderen, unwirschen Hundes, sondern lässt ihn in Ruhe... Da also ist nix mit aktiver Demut angesagt!
Manchmal erinnert er mich an Kate, die Denkerin. Auch Bennett setzt seinen Denkapparat gekonnt ein und wirkt auf mich nie unüberlegt. Ein Haudegen ist er nicht, aber ein verhuschtes Weichei oder eine "Schissbirne" auch ganz und gar nicht. Drive hat er beim Spielen, ansonsten ist er eher ein ruhiger und besonnener Hundejunge. 

Mit 14 Monaten

Mit seiner Entwicklung sind wir also mehr als zufrieden. Für mich persönlich könnte er eine Spur "knalltütiger", extrovertierter und "kantiger" sein. Aber ihr wisst ja schon, dass ich den Hang zu den etwas schwierigeren Hunden habe ;-)))))) Bennett ist nicht schwierig, nicht anstrengend, sondern ein unkomplizierter Schatz, ein Hund mit sensiblen Antennen für seine Umwelt, ständig auf "Empfang".
Ich könnte mir daher vorstellen, dass er sich bei unseren Schulbesuchen wohlfühlen würde und vor allem in der Arbeit mit Kindern seinen Job findet. Doch warten wir es ab.


Wir sind jedenfalls wie immer ganz gespannt, wie es weitergeht...