Bennett (fast) erwachsen...

Bennett ist nun zwei Jahre alt. Er ist mit seinen 57,5 cm ein großer, aber seeeeeeeeehr schlanker, leicht gebauter Kerl, ohne auch nur ein Gramm Fett auf den Rippen zu haben. Spaßeshalber nennen wir ihn deswegen unseren „Windhund-Aussie“, denn schnell wie der Wind ist er wirklich.

Auf das Aussehen von Bennett werden wir oft angesprochen, denn viele stellen sich den Aussie etwas anders vor.

Zu Beginn war Bennett ganz anders als die anderen Skylimit-Aussies. Das brachte ihm den Beinamen „Körperklaus“ ein. Er ist nie eine Mauer hoch gehüpft und hat lange gebraucht, bis er ins Auto gesprungen ist. Wir haben oft lachend den Kopf über ihn schütteln müssen.

 

So wie Kate die rote Philosophin, Baxter der Quatschkasper und Sonnenschein ist, so kann man Bennett durchaus als unseren „Mr. Unproblematisch“ bezeichnen. Das trifft´s!

 

Bennett hat sich 1A in Ankes Rudel eingefügt. Es gibt mit keinem der anderen Hunde auch nur den Ansatz von Auseinandersetzung oder Spannungen. Mit Baxter jedoch kann er besonders gut. Die beiden Jungs sind ein Herz und eine Seele. Sie liegen ineinander und schmusen viel, um sich wenige Minuten später um Kopf und Kragen zu spielen. Daher nennen wir die beiden auch die „wilden B & B´s“.

Bennett ist zu Hause bei Anke ein Hund, den man kaum bemerkt. Er hat noch nie Unfug gemacht, nichts angeknabbert oder zerstört. Er ist ein absoluter Kuschelhund. Wenn er die Möglichkeit hat, lässt er sich kraulen und kuscheln, wenn es ginge, bis er wund ist. Aber genug hat er dann noch lange nicht. Mittlerweile jedoch akzeptiert er in solchen Fällen, wann wir genug haben.

Eine kleine Macke jedoch hat auch er: Bennett hat das“ Such und Find Spiel“ kurzer Hand umgedreht. Er versteckt, sowie die Haustür offen steht, Ankes Schuhe im Garten und sie muss sie suchen. Wenn Schnee liegt eine besonders intensive Beschäftigungstherapie für Frauchen ;-)))

 

Bennett ist das Gegenteil von „anstrengend“. Er ist ein außergewöhnlich leichtführiger Hund und angenehmer Begleiter, ein Verlasshund in allen Lebenslagen. Im Gegensatz zu den kernigen Kandidaten unter den Aussies ist er der weniger taffe, eher softe, schmeichelweiche Typ, der gefallen will, sich immerzu bemüht, alles richtig zu machen und der so gut wie nie Unfug im Sinn hat. Leise Worte oder ein Blick, der rügend eine Sekunde länger dauert, reichen bei ihm noch immer völlig aus. Zu lauten, barschen oder gar derben Umgang quittiert er mit Unsicherheit.

Somit ist er ein eher submissiver Typ, der die Sicherheit und Führung des Menschen braucht. Er ist ein Hund, der nicht unbedingt auf „Teufel komm raus“ den eigenen Kopf durchsetzen will oder ständig Regeln und Grenzen in Frage stellt. Im Gegenteil: Eher will er immer alles recht machen und blüht erst in gutem Feedback so richtig auf. Bennett muss man selten bremsen, sondern eigentlich nur bestätigen.

Das Leben mit ihm ist überaus einfach, er gibt immer sein Bestes, ist immer aufmerksam und hochkonzentriert im „On-Modus“. Diese Antennen für seine Umwelt hat er schon als Welpe gehabt und hat sie sich auch behalten.

 

Er ist sicherlich mehr der Hund für die Seele, aber dennoch kein Lahmarsch. Er kann Vollgas geben und ist sicherlich unser schnellster Hund. Doch würde man ihn selbst fragen, was ihm wichtig ist: „Hauptsache dabei, egal worum es geht!“

Die Leichtigkeit und Albernheit eines Baxter hat er nicht, dennoch ergänzen und lieben sich die beiden Jungs (vielleicht deswegen?) über alle Maßen.

 

Bei den Menschen zeigt er rassetypisch, ob er jemanden mag oder nicht. Wird er freundlich angesprochen ist er auch freundlich, aber niemals aufdringlich.

Vielen steht er neutral gegenüber, ignoriert sie und hat mit ihnen nicht allzuviel am Hut. Er ist nicht der Typ, der mit jedem Menschen Kontakt haben möchte oder ständig neue Freundschaften sucht. Interessanterweise kann aber in der Hundeschule jeder Mensch (auch wenn dieser völlig fremd ist) mit ihm arbeiten. Besonders in der klassischen Unterordnung geht er auf und zeigt gewohnt tolle Leistungen, egal wer ihn führt. Aber wem er wirklich sein Herz schenkt, entscheidet er ganz nach Sympathie!!!

 

Sein Verhalten anderen Tieren gegenüber ist immer angemessen, eher zurückhaltend. Ich weiß nicht mal, ob Bennett überhaupt realisiert hat, dass er Zähne im Mund hat ;-))))

Er zeigt keinerlei Jagdpassion, geht mit ins Kleintieraußengehege, schert sich nicht um Enten, Krähen oder sonstiges Getier. Hundemädchen mag er natürlich besonders gerne, bei den Jungs hat er viele Freunde, lässt sich aber bei Provokationen auch nicht die sprichwörtliche Butter vom Brot nehmen und kann stolzieren und imponieren wie ein Gockel.

Gerade in diesen Situationen ist es besonders wertvoll, dass er auf die leiseste Ansprache reagiert und so ungemein führig ist. Sehr selten verbucht er einen männlichen Kollegen als Staatsfeind Nr. 1. Selbst wenn das so ist, muss man ihm lediglich sagen, dass er sich benehmen soll. Dann geht’s auch im Freilauf unproblematisch zu.

 

Schlappendieb ;-)

Bennett hat alle Kursformen der Hundeschule durchlaufen. Sein Ausbildungsstand ist hervorragend. Er arbeitete nach wie vor hochkonzentriert mit und professionalisiert das Zurückfragen zum Menschen wie kein anderer Hund. Selbst in der Arbeit mit Kunden, „fragt“ er diese zu deren Erstaunen, ob er Leckerchen nehmen darf oder etwas, das er am Boden gefunden hat, ob er einen Dummy holen soll oder ins Freispiel darf. Er ist immer hoch motiviert und will es jedem immer recht machen. Mit gutem Feedback kann man viel aus ihm raus locken.

Wir haben kaum einen Hund erlebt, der leichtführiger und unproblematischer ist als er.

 

Da Bennett mittlerweile alt genug ist, versuchen wir uns in den verschiedenen Hundesportarten. Inzwischen haben Anke und Bennett mit dem Flyball begonnen. Er zeigt super gute Ansätze und es macht ihm sichtlich riesig Spaß. Jetzt muss er sich nur noch an den Trouble der Turniere gewöhnen.

Auch im Agi macht er gute Fortschritte. Er hat ein super Tempo, ist gewohnt aufmerksam, lässt sich prima führen.

Auch bei der Dummyarbeit zeigt er gute Ansätze, erste Tests zusammen mit Sky vor dem Roller gab es auch schon.

Bennett hat mit uns bereits eine Schulklasse besucht, denn Kinder mag er sehr.

Wir werden weiter in viele Dinge hineinschnuppern und dann sehen, was ihm Spaß macht.

 

Manchmal wünschen wir uns Bennett unbefangener und weniger ernsthaft, sensibel und schwermütig. Er nimmt sich vieles sehr zu Herzen und könnte durchaus ein bisschen taffer sein. Vielleicht sind unsere Ansprüche aber auch zu hoch. Er ist so ganz anders als der Quatschkopf Baxter, aber genau das macht es ja wieder so spannend. Außerdem sollten wir nicht vergessen, dass er erst zwei Jahre jung ist.

 

Wie sagte Anke so treffend: „Wir haben noch lange nicht fertig!“